Wenn über 1.300 Menschen in einem mehrrangigen Opernhaus ihren individuellen Platz pünktlich einnehmen sollen, ist das gar nicht so einfach. Immer häufiger kommt es zu Konflikten: Zuschauer*innen wollen der Aufforderung nicht nachkommen, weiter aufzurücken, sogar auf bessere Sicht, damit Verspätete leichter Platz finden. Nicht selten verpassen manche Besucher*innen sogar die Zeiten für den Nacheinlass, wenn die Oper angefangen hat. Dass sie dann nur einem Monitor folgen können, ist für manche eine unerträgliche Enttäuschung. Neulich passierte es, dass eine Dame partout auch noch nach einer Dreiviertelstunde ihre „Carmen“ sehen wollte, obwohl sie nicht zu ihrem Parkettplatz gelassen wurde.
Unter wüsten Beschimpfungen setzte sie sich Türen schlagend auf die Stufen im 1. Rang. Um nicht weiter zu stören, wurde sie erst zur Pause aufgefordert, sich rechtzeitig auf ihren Platz Mitten im Parkett zu setzen. Sie wurde dort auf einem Randplatz gefunden und gebeten, ihr Ticket zu zeigen: Offenbar war sie nicht recht in der Lage, es zu lesen, denn sie musste weitergeschickt werden: in Reihe 13 auf Platz 13 !

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